20 Bewohnerinnen aus dem Seniorenzentrum beim Museumsbesuch Eine Reise in die eigene Vergangenenheit
20 Bewohnerinnen aus dem Seniorenzentrum beim Museumsbesuch
Eine Reise in die eigene Vergangenheit
[Uslar]Zwölf
Mitarbeiterinnen und ehrenamtliche Helfer aus dem Albert-Schweitzer-Seniorenzentrum
hatten alle Hände voll zu tun, um 20 Bewohnerinnen aus den Wohnbereichen den Besuch
im Museum zu ermöglichen. Und was von Barbara Bierkamp-Kühn und Ludmila Fraeter
als Ausflug gedacht war, entwickelte sich für Viele zu einer Reise in die
eigene Vergangenheit. Die Ausstellung im Museum „Die Arbeit nahm kein Ende" war
ein voller Erfolg und eine sehr authentische Darstellung. Da war sich die
Besuchergruppe einig.
Bild: Herzhaft lachen über einige Anekdoten aus der guten alten
Zeit konnten Margarete Wienecke mit Emmi Balthes, Susanne Eichmann und Ludmila
Fraeter.
Wer nicht selber laufen
konnte, wurde im Rollstuhl gefahren oder mit dem Auto zum Museum gebracht. Die
Führung der Bewohner im Museum übernahm Dr. Friederike Kaiser, die für diese
Ausstellung bereits im Vorfeld mit vielen Frauen gesprochen hatte. Sie hat auch
ein Buch mit vielen Geschichten aus dieser Region veröffentlicht.
Die verschiedenen
Räume im Museum waren mit alten Gegenständen bestückt, die zur Feldarbeit, zur
Fabrikarbeit, zur Hausarbeit sowie zur Handarbeit benötigt wurden. Anfassen und
fühlen war durchaus erwünscht. Nicht selten kam der Ausspruch, „das hatten wir
früher auch!" Einrichtungsleiterin Stefanie Müller-Exner lernte von einer Bewohnerin
die Handhabung eines alten Bügeleisens. Sie konnte sich noch gut daran erinnern,
dass heiße Kohlen eingefüllt werden mussten.
Eine andere Bewohnerin erzählte,
dass sie früher in einem schwarzen Kleid heiraten musste, weil sie bereits
schwanger war. Besonders angetan waren viele Bewohner von den alten Exponaten
zum Wäsche waschen. Mit einem Waschbrett und Stampfer Wäsche zu reinigen war
schwere Arbeit. „Wie gut, dass es heutzutage Waschmaschinen gibt", war zu
hören.
An einen alten Küchenschrank
mit Küchenherd erinnerten sich auch viele Bewohner. „Wir haben dort immer
getrocknete Tannenzapfen verbrannt, das knisterte und knackte so schön." Trotz
der vielen, schweren Arbeit war es doch eine schöne Zeit", waren sich viele
Bewohner einig. Nach eineinhalb Stunden schöner Erinnerungen endete ein sehr
gelungener Nachmittag. Dr. Friederike Kaiser wurde für ihre herzliche und
einfühlsame Gruppenführung mit einem Blumenstrauß beschenkt. Ein Besuch im
Museum lohnt sich immer!