Schule zu Corona-Zeiten?! - Wie empfanden Schüler*Innen den Lock-Down?

Wie fühlt sich Schule @ Home an & wie kann es weitergehen? - Ein Beitrag von Malte Hampe

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Auf die Frage, wie es sich anfühlt, sich zuhause mit der Berufsschule zu beschäftigen, möchte ich gern näher eingehen. Einerseits ist es eine willkommene Abwechslung, nach einiger Zeit des „Nur-Zuhause-Rumsitzens“; des Nichtstuns; des Wartens sowie des Grübelns,

wie es denn nun alles weiter geht, wieder eine Aufgabe zu haben. Es tut gut. endlich wieder etwas zu tun zu haben, seine Zeit sinnvollen Dingen zu widmen, das Köpfchen zu benutzen und wieder etwas Bildung zu genießen. Andererseits geschieht dies nun alles nicht mehr wie gewohnt in der Schule, sondern zuhause. In meiner gewohnten Umgebung – meiner „Komfort-Zone“ – und somit an dem Ort, an dem ich die letzten Wochen bereits dachte, ich würde selber bald zu der Couch mutieren, die da in meinem Wohnzimmer steht. Doch nun kann ich mich an den Schreibtisch setzen. Voller Motivation lese ich die E-Mails von unseren Lehrern und lese mir Aufgabe für Aufgabe durch. Natürlich noch immer voll motiviert, möchte ich in die Tasten hauen. Ich schlage mein Lehrbuch auf… Doch dann unterbricht mich ein Geräusch.

Shhhh-Shhhh-Shhhh…

Meine Freundin, die einen ausgeprägten Sinn für Ordnung hat, hat den Staubsauger angemacht.

Brumm-Brumm-Brumm – und schon folgt das nächste Geräusch. Mein kleiner Sohn ist es diesmal – 17 Monate alt, sehr niedlich und doch äußerst laut – testet gerade sein neues Spielzeugauto aus. Er rennt durch die ganze Wohnung, quiekt vergnügt und tobt umher.

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Ich atme tief durch. Doch da lässt die Motivation auch schon nach. Dann denke ich daran, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die Schule wieder richtig losgeht. Es geht wieder zurück an den Ort, an dem ich es gewohnt bin, in einer angenehmen Atmosphäre zu lernen. Und das nicht alleine, sondern zusammen mit meinen Mitschülern und Mitschülerinnen. Es wird mir wieder möglich sein, mich aktiv an einem richtigen Unterricht zu beteiligen und mit meinen Lehrern und meinen Mitschülern zu kommunizieren, verschiedene Standpunkte zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Doch dieses Mal wird es anders werden. Es wird nicht mehr so wie vorher sein. Zumindest vorerst, denn wir alle müssen uns an die neuen Regeln halten.

Wahrscheinlich werden wir uns vor dem Betreten der Schule die Hände desinfizieren müssen. Natürlich mit Maske im Gesicht. Begrüßung und Kontakte geschehen auf Abstand; die Sitzordnung wird auf die Abstandsregelung ausgerichtet; wir werden unser Verhalten anpassen und uns gegebenenfalls gegenseitig ermahnen, den Abstand zu wahren. Doch ich denke, wir alle haben diese Abstandsregeln in den letzten Wochen verinnerlicht – beispielsweise beim Einkaufen. Bei mir ist es schon so weit, dass ich, wenn ich in Gedanken bin, kurz davor bin, meine eigene Freundin zu ermahnen, Abstand zu mir zu halten.

So sehr sind die Abstandsregeln bereits verinnerlicht. Banal so etwas, aber man muss immer wachsam sein. Zum eigenen Schutz und natürlich zum Schutz anderer, denn das Virus gönnt uns keine Auszeit. Dennoch dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken. Der Weg zurück zur Schule ist ein erster Schritt zurück zur Normalität. Und ich denke auch, es ist ein wichtiger Schritt, der uns allen gut tun wird. Auch sinkende Infektionszahlen lassen weiter hoffen, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft zu einem normalen Leben zurückkehren können. Obwohl die vorher genannten Punkte uns in etwas Sicherheit wiegen, muss man natürlich realistisch sagen, dass es trotz allem ein brüchiger Frieden und immer nur eine Momentaufnahme ist. Bis auf weiteres heißt es, die allgemeinen Regeln einzuhalten. Außerdem heißt es, nicht den Optimismus zu verlieren, sonst hat man schon verloren. Trotz aller Widrigkeiten wird es uns gelingen, denn:

WIR SIND MIT ABSTAND DAS BESTE TEAM!
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