Barrierefreies Zuhause für 24 Bewohner

Im vergangenen Jahr feierte das Albert-Schweitzer-Familienwerk im Sägenforth sein 30-jähriges Bestehen. Die meisten Gebäude auf dem großzügigen Areal wurden aber schon Anfang der 1950er Jahre als Heim für Schüler der Christian-Schule erbaut.
Danach waren sie bekannt als "Heidehäuser", eine Einrichtung der Behinderten- und Jugendhilfe. Seit 1986 bestehen sie in ihrer heutigen Form als Einrichtung für geistig behinderte Erwachsene. Trotz etlicher Umbaumaßnahmen und Sanierungsarbeiten entsprachen aber einige der Bauwerke nicht mehr den heutigen bautechnischenAnforderungen und Bedürfnissen der Bewohner.
 
Fast fünf Jahre haben das Planungsbüro Simon und Simon gemeinsam mit dem Albert-Schweitzer-Familienwerk, einer Vielzahl von Handwerksbetrieben sowie mithilfe der Tischlerei-Auszubildenden aus der Jugendhilfe geplant, organisiert, saniert und neu gebaut, um das Gebäude-Ensemble in heller und großzügiger Optik und Ausstattung präsentieren zu können.
2012 wurde mit den Planungen begonnen, im Jahr darauf zunächst die Infrastruktur in den gebäuden erneuert. Elektro- und Heizungsleitungen wurden ersetzt und entsprechen nun den aktuellen sicherheitstechnischen und energetischen Anforderungen. 2014 wurde der Neubau errichtet, in dem heute 14 Bewohner leben. Im Jahr 2015 ging es an die Umbauten der Häuser 1 bis 3. Hierfür mussten die jeweiligen Bewohner erst mal in den Neubau umziehen, denn in Haus 1, 2 und 3 blieb kein Stein auf dem anderen. Ziel war es, Licht und Weite in die verwinkelten, recht dunklen Räume zu bringen. Die Häuser wurden komplett entkernt und jeweils mit einem Fahrstuhl versehen.
Nach den Baumaßnahmen ist nun nichts mehr wie vorher - im positiven Sinne. Barrierefrei, rollstuhlgerecht und mit neuer, großzügiger Raumaufteilung bieten sie insgesamt 24 Bewohnern ein Zuhause.
Und während in der Heimmindestbauverordnung nur eine Zimmergröße von 12 Quadratmetern vorgeschrieben ist, leben die Bewohner hier auf rund 16 individuell gestalteten Quadratmetern.
"Besonders schön war auch, dass in der Bauphase Berührungsängste zwischen Handwerkern und Bewohnern abgebaut wurden. Alle haben gelernt, miteinander umzugehen. So funktioniert Inklusion", freut sich Einrichtungsleiterin Susanne von Zimmermann über den reibungslosen Ablauf der Arbeiten. Am 22. Juni gab es zum Abschluss der Bautätigkeiten ein großes Fest mit allen Beteiligten.
 
Quelltext: Cellesche Zeitung vom 23. Juni 2017, Seite 21; Foto: Kirsten Glatzer