Panzer mit Blumen

Künstler mit Behinderung: Manfred Schmidt stellt Bilder in Schuhstraße aus.
 
ALTSTADT. Seine Bilder wirken fröhlich und gleichzeitig geheimnisvoll. Wer die Werke von Manfred Schmidt betrachtet, merkt schnell, dass er Autos, Motorräder, Schiffe und sogar Panzer liebt. Versehen sind sie mit Blumen. In Acrylfarbe auf Holz und Leinwand vermittelt seine gestische Malerei Lebensfreude pur. Lebensfreude, die auch der Künstler selbst ausstrahlt. Das Besondere am 55-jährigen Künstler selbst ist die Entstehung der Bilder. Die Malerei ist für ihn die Möglichkeit, sein Inneres zum Ausdruck zu bringen.
 
Entstanden sind all seine Bilder im „Atelier für besondere Menschen“ des Diplom-Designers Dirk Zühlke auf dem Gelände des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Hermannsburg. Mit einer Gruppe geistig behinderter Erwachsener verwirklichte er schon zahlreiche Projekte, Bilder und Skulpturen, die nicht nur auf dem Gelände Sagenförth 30 in Hermannsburg zu sehen sind, sondern auch bei zahlreichen Veranstaltungen im gesamten Landkreis. Zwei- bis dreimal in der Woche treffen sich die Künstler mit Zühlke, dem es immer wieder aufs Neue gelingt, mit seiner ruhigen und geduldigen Art die künstlerischen Fähigkeiten der geistig oder mehrfach behinderten Menschen auf die Leinwand zu bringen.

Seine Bilder selbst kann Schmidt eigentlich gar nicht erklären, aus seiner Sicht sprechen alle Motive für sich. Besonders auffällig ist für den Betrachter, dass sich ein „Objekt“ immer wieder findet: ein Mensch mit großen Ohren. Das Selbstbildnis des Künstlers symbolisiert seine zweite Leidenschaft: Musik und Tanzen. Und auch seine Signatur ist auffällig. Sie wirkt wie ein dreimal geschwungenes M, natürlich in Rot, denn dieses ist die Lieblingsfarbe des Künstlers.

Die ausgestellten Bilder von Manfred Schmidt bilden einen Querschnitt durch seine bereits 15-jährige Schaffenszeit und sind noch bis Sonntag, 25. März, im Beratungsbüro des Albert-Schweitzer-Familienwerks, Schuhstraße 39, in Celle, zu sehen. Mit der Ausstellung von Schmidt zeigt das Albert-Schweitzer-Familienwerk erstmals eine Einzelausstellung eines Künstlers. Bislang präsentierten sich alle Maler gemeinschaftlich, unter anderem bei der FlotArt oder an verschiedenen Orten in Hermannsburg.