Gute Neuigkeiten aus dem Albert-Schweitzer-Familienwerk: Tarifvertrag für zwei Jahre

Uslar/ganz Niedersachsen: Das Albert-Schweitzer-Familienwerk hat sich mit dem Tarifpartner in der zweiten Verhandlungsrunde auf einen zweijährigen Tarifabschluss geeinigt. Personalleiter Bernhard Jordan äußert sich wie folgt: „Wir haben angekündigt, dass als nächstes neben der Tabellenangleichung die Zeitzuschläge angepasst werden sollen. In Anerkennung der Leistungen der Belegschaften und im Rahmen von Mitarbeiterbindung und -gewinnung leben wir unser Leitbild.“
 
Die Finanzleiterin Astrid Walter bewertet den Abschluss als eine sportliche Herausforderung; ein wirklicher Spagat. „Einerseits wollen wir unseren motivierten Mitarbeiteten und der allseits geschätzten Qualität eine möglichst hohe Vergütung bieten und Anreize für neue Kolleginnen und Kollegen schaffen. Auf der anderen Seite wollen wir weiter mit hohen Investitionen unsere Standorte stärken und gleichzeitig ein sicherer Arbeitgeber bleiben.“
Der Tarifabschluss erreicht die Grenze des vertretbaren Rahmens. „Augenmaß ist angesagt“, das fügen Astrid Walter und Bernhard Jordan unisono hinzu.
Herauszuheben sind zwei wesentliche Punkte:
 
Anhebung der Tariftabellen
Bereits in der letzten Tarifverhandlungsrunde wurde sich darüber verständigt, die Tariftabellen auf das Niveau des öffentlichen Dienstes (Stand 2016) spätestens bis zum 31. Dezember 2019 anzugleichen.

Zum 01. April 2018 erfolgt der zweite Schritt der Angleichung mit 30 Prozent und zum 01. Juli 2019 der letzte Schritt mit 35 Prozent. Damit wäre die 100prozentige Angleichung vorzeitig vor dem 31. Dezember 2019 erreicht. Die Absichtserklärung wird vorzeitig eingelöst.
 
Anhebung der Zeitzuschläge und Zulagen
Bei den Zeitzuschlägen wurden die Zuschläge für Nachtarbeit und den 24./31. Dezember ab dem 01. April 2018 auf das Niveau der Referenztarifverträge angehoben. Wesentlich dabei ist die Anhebung des Nachtzuschlages von einem Festbetrag auf 20 Prozent der Stundenvergütung der Entwicklungsstufe 3 in jeder Entgeltgruppe. Für den 24./31.12. wurde der Zuschlag von 25 Prozent auf 35 Pro-zent angehoben. Damit verbunden ist eine wesentliche Steigerung und Honorierung der Dienste zu ungünstigen Zeiten.
Bei dem Samstagszuschlag verbleibt es zunächst bei dem Festbetrag von 0,64 Euroje Stunde. Im Referenztarifvertrag TV-L erfolgt eine entsprechende Vergütung nur, wenn keine Schicht- oder Wechselschichtzulagen gewährt werden. Hierzu bedarf es noch einer abschließenden Rege-lung der Tarifvertragsparteien, die in 2018 vorgenommen werden soll.
 
Anhebung der besonderen Zulage SR 2 H / SR 2 E / Gewährung der Funktionszulage für Abteilungsleitungen in der Heilpädagogischen Einrichtung
Für die Hausleiter/-innen und Leiter/-innen von Erziehungsstellen erfolgt ab dem 01. April 2018 eine deutliche Anhebung der besonderen Zulage um 50 Prozent auf 380,00 € brutto im Monat. Die vereinbarte Anhebung der Zeitzuschläge ergibt im Durchschnitt eine Steigerung um 50 Prozent, die als Bemessungsgrundlage für die Anhebung der besonderen Zulagen nach SR 2 H und SR 2 E genommen wurde.
 
Die Abteilungsleitungen in der heilpädagogischen Einrichtung Hermannsburg erhalten ab dem 01. April 2018 erstmalig eine Funktionszulage in Höhe von 211,87 €, die mit der Protokollnotiz Nr. 16 zur Entgeltordnung Sozial- und Erziehungsdienst vereinbart wurde.