Unternehmer-Talk: Uslar hat viel zu bieten

Nicht nur die Verabschiedung von Heinz Rickert stand beim 11. Firmentreffen des Berufsförderzentrums auf dem Programm. Auf der Bühne im Grashaus des Uslarer Jugendcamps hatte Jörg Grabowsky Unternehmer und Förderer zum Gespräch gebeten. Das Fazit: Uslar hat durchaus etwas zu bieten.

„Menschen, die sich was trauen“, hatte Grabowsky das Podium überschrieben und mit Bastian Krause, Geschäftsführer der Bikeleasing-Service GmbH & Co. KG, und Yves Gummich, Inhaber des Elektro-Planungsbüros Gummich GmbH an der Braustraße, zwei junge Unternehmer eingeladen.

Gummich, der 16 Mitarbeiter beschäftigt und unter anderem in Köln und Hamburg Kunden hat, stellte heraus, dass Uslar zwar klein sei. Die wichtigsten Einrichtungen für das tägliche Leben seien jedoch vor Ort zu finden. In seinem Planungsbüro seien Arbeitskräfte jeden Alters willkommen. Aktuell suche er zum Beispiel einen Technischen Zeichner. Für Uslar wünsche er sich einen runden Tisch oder ein Bürgerforum, wo die Menschen offen ihre Meinung sagen könnten, statt nur auf Facebook zu meckern.

Bastian Krause betonte in seinem Statement die „sensationelle“ Verkehrsanbindung. Sein Unternehmen findet die Kunden bundesweit, da sei die Lage mitten in Deutschland perfekt. Das Einzugsgebiet der Stadt sei auch noch groß genug, um gutes Personal zu finden.

Mit den aktuell 36 Mitarbeitern am Standort Uslar ist Krause vor einem Monat in das ehemalige Autohaus Siebrecht im Industriegebiet umgezogen. Hier wird weiter expandiert, denn mittlerweile haben sich 15 000 Arbeitgeber bei seinem Unternehmen registriert, die ihren Mitarbeitern Fahrradleasing anbieten. Eigentlich fehle es in Uslar an nichts, außer schönen und zeitgemäßen Mietwohnungen gerade für jüngere Mitarbeiter, so Krause.

Natascha Surace, die sich als Leiterin des Berufsförderzentrums des Familienwerks um junge Menschen kümmert, die Orientierung brauchen, äußerte einen Wunsch an die allgemeinbildenden wie die Berufsschulen. Diese seien immer noch Labore, so die Sozialpädagogin, vielfach ohne Bezug zur Arbeitswelt.

Es sei wichtig, das zu ändern. Als wichtigen Partner des Berufsförderzentrums stellte Grabowsky Stefan Schäfer vor. Der Geschäftsführer des Jobcenters des Landkreis Northeim sieht die Jugend verkannt. „Die jungen Menschen sind besser als ihr Ruf!“, lautete sein Statement.

Im schrumpfenden Landkreis Northeim würden sie in Zukunft zudem extrem gebraucht. Aktuell würden noch 3500 Menschen in Uslar arbeiten, in den nächsten zehn Jahren würden ein Viertel davon in Rente gehen. Den Arbeitskräfteausgleich zu schaffen, das sei nur mit gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten möglich.

Beim Firmentreff wurde auch der neue Integrationscoach Holger Stüber (Bodenfelde) vorgestellt. Er betreut die ehemaligen Teilnehmer des Berufsförderzentrums bei der Integration in den Arbeitsalltag bei ihren neuen Arbeitgebern.

Dank an die HNA für den Quelltext.