Die Crux mit Corona: Herausfordernde Hygieneregeln im Berufsförderzentrum

In Fleisch und Blut übergegangen, das sind die Corona-Hygieneregeln inzwischen. Im Berufsförderzentrum hat die Pandemie mit all ihren neuen Umgangsformen und Hygieneregeln ganz schön was aufgewirbelt. Plötzlich musste vieles das bisher selbstverständlich war neu überdacht werden. Geselligkeit zum Beispiel wird eigentlich groß geschrieben zwischen den einzelnen Werkstattbereichen. Seit 2020 gibt es aber keine großen Aufeinandertreffen mehr L. Nur noch kleine Kohorten, die ihre Pausen zusammen verbringen. Und einen Holzständer für einen Desinfektionsmittelspender haben die Damen und Herren in der Holzwerkstatt auch zum allerersten Mal hergestellt. Quadratmeterzahlen sind plötzlich nicht nur im handwerklichen Bereich ein Thema, auch überall sonst muss es genügend Platz für dennoch nicht zu viele Leute geben…  Puh! Da kann man schon mal ins Schwitzen kommen bei all den Neuerungen. „Aus der Not mach eine Tugend“ J ist daher der neue Leitspruch - auch im Berufsförderzentrum!

Morgens wird die traditionelle Begrüßungsrunde erst einmal zum allgemeinen Check genutzt. Natürlich trifft man sich nur noch in den Kohorten, aber auch da ist es wichtig zu wissen, ob es allen gut geht oder es Besonderheiten zu beachten gibt. In größeren Räumen mit mindestens 10 Quadratmeter Platz pro Person und der Möglichkeit die magischen 1,50 Meter Abstand zu halten, herrscht fast wieder so etwas wie Normalität. Aber auf allen Gängen und ohne Platzmöglichkeiten beherrscht die Alltagsmaske auch im Berufsförderzentrum das reguläre Bild. Damit das keiner vergisst und jeder weiß, wo entlang der richtige Weg führt, hängen nun überall Schilder. Ausgeklüngelt hat das pfiffige, Corona-gerechte Leitsystem das Pädagogen-Team.

 Beim Toilettenbesuch gibt es einen kleinen Exkurs zum richtigen Händewaschen obenauf – alles genau erklärt und bebildert! Zweimal die Woche werden alle getestet und Pausenzeiten sind genau auf die einzelnen Werkstattbereiche angepasst. Positiv ist aber auch, dass das regelmäßige Desinfizieren gemeinsam benutzter Werkzeuge automatisch eine Reinigung dieser bedeutet. Das Saubermachen gehörte nämlich sonst nicht zu den Lieblingsaufgaben der meisten Teilnehmer und Teilnehmerinnen… Dabei sind jetzt noch weit exotischere Aufgaben wie das Desinfizieren aller Türklinken und Lichtschalter im Gebäude hinzugekommen. Jede Werkstatt hat sich dafür zwischenzeitlich einen eigenen Hygieneplan erstellt. So ist jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin mal dran und an niemandem bleibt diese Aufgabe dauerhaft hängen.

Alles bleibt neu…

Einzig und allein der Hauswirtschaftsbereich hat sich ohne große Umstellung an die neuen Hygieneregeln anpassen können. Regelmäßiges Händewaschen und desinfizieren gehört bei der Verarbeitung von Lebensmitteln nämlich ohnehin zum Standardrepertoire. Auch beim Gemüse- oder Fleischschneiden Handschuhe zu tragen, ist hier nix neues.

Neu allerdings ist das Konzept der Essensausgabe: Seit Jahren herrschte Selbstbedienung, doch unter Corona ist damit Schluss. Jeden Tag zeichnet ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin dafür verantwortlich, allen Hungrigen das Essen zuzuteilen. Weitere Projektteilnehmer*innen sind für die Geldeinnahme verantwortlich. Alles hat seine Ordnung und darauf, dass die Tische und Stühle im Essensraum regelmäßig frisch desinfiziert sind, können sich dank der fleißigen Hauswirtschaftshelfer*innen auch alle verlassen. Aus Platzgründen erfolgt bleibt die Küche der reinen Essenszubereitung vorbehalten.  Die Vorbereitung der Lebensmittel hat ihren festen Platz dafür in einem benachbarten Raum gefunden. Für den Werkstattbereich der Hauswirtschaft haben die Corona-Regelungen also auch einen ganz praktischen Nebeneffekt, denn sie vermitteln allen Projektteilnehmern eine authentische Arbeitsweise.

 

 

 

DesinfektionWEB

 

Neu unter Corona-Bedingungen ist, dass Kontaktflächen im ganzen Haus regelmäßig abgewischt und desinfiziert werden müssen.