Sie setzen tagtäglich auf Inklusion: Die Wegbegleiter

Das Gesundheitssystem ist im Wandel. Bereits im vergangenen Jahr wurde das neue Bundesteilhabegesetz zum Thema, als erste aus dem Gesetz herrührende Änderungen griffen. Zum 1. Januar 2018 sind nun weitere Neuerungen aus dem Bundesteilhabegesetzes in Kraft getreten.[1]

Inklusion wird zum gesellschaftlichen Leitbild. Im Fokus stehen nicht mehr die Begrifflichkeiten „Behinderung“ oder „Handicap“, sondern deren Auswirkungen. Es geht darum, allen gleichermaßen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und denjenigen neue Wege zu eröffnen, denen dies aufgrund ihrer Klassifizierung bisher nicht möglich war.

An etwas teilzuhaben, Teil eines Ganzen zu sein und dennoch eigenständig im individuell möglichen Rahmen mitzubestimmen, diese Möglichkeiten bieten auch die differenzierten Angebote der Wegbegleiter des Albert-Schweitzer-Familienwerks. Die Inklusion, die im Rahmen des erlassenen Bundesteilhabegesetzes greifen soll, ist im auf die Klienten bezogenen Leitbild der Wegbegleiter längst angekommen. Dort wird der Mensch als Experte in eigener Sache wahrgenommen und erhält sowohl professionelle Unterstützung, als auch Begleitung in Sachen Motivation und Veränderungswille. Allein dieser Kernpunkt stellt kommende Veränderungen – auch von Gesetzesseite her – von Anfang an auf ein stabiles Fundament. Soziale Rehabilitation nennt sich diese bei den Albert-Schweitzer-Wegbegleitern erprobte Alternative.

Ein lebendiges Beispiel für das funktionierende Konzept ist der LebensRaum Bad Gandersheim. Dort leben Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie bekommen von ihrem Wegbegleiter-Team nach Bedarf Halt, Stabilität und Struktur und können so nicht nur eine Neuorientierung erwägen, sondern werden dabei auch professionell begleitet. Diese Erfahrungen macht gerade auch Anton Götze, der sich zurzeit auf dem Weg in die berufliche Praxis befindet und im LebensRaum Bad Gandersheim praktisches Wissen sammelt: „Für mich als Sozialarbeiter im Anerkennungsjahr bieten sich in dieser spannenden Zeit der Veränderung hier im LebensRaum Bad Gandersheim viele Ansatzpunkte für die Anwendung und Erprobung gelernter Methoden und Konzepte. Die kollegiale Zusammenarbeit und die Offenheit für Neuerungen erleichtern den Transfer der Theorie in die Praxis.“

Soziale Rehabilitation sollte den Menschen in seiner Gänze wahrnehmen. Auch wenn es letztlich um das Wohl des Individuums geht, bekommen die Gemeinschaft und die direkte Umgebung einen sehr hohen Stellenwert. Im Wohnheim LebensRaum passiert das ganz normale Leben wie überall anders auch, doch kann sich der Einzelne sicher sein, von seinem geschützten Rahmen jederzeit aufgefangen zu werden. So bieten sich Chancen etwas zu wagen, auszuprobieren und sich zu testen – immer im eigenen Rhythmus und immer mit einem Wegbegleiter im Hintergrund. Denn der Wegbegleiter definiert nicht den LebensRaum, sondern ist nur Vermittler zwischen dem eigenen Empfinden und der eigenen Wahrnehmung im Kontrast zu den noch ungenutzten Möglichkeiten im gesellschaftlichen Alltagsleben.

Bei den Qualifikationen der Mitarbeiter im gesamten Albert-Schweitzer-Familienwerk, insbesondere aber dem LebensRaum Bad Gandersheim und den sich anschließenden Angeboten der Wegbegleiter in Südniedersachsen ist „Hilfe zur Selbsthilfe“ das ausschlaggebende Stichwort. Mit ihrer hohen fachlichen Qualifikation und gesichert durch regelmäßigen Team-Austausch sowie zahlreichen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten geben die Wegbegleiter ihren Klienten ein abgerundetes Repertoire an Hilfestellungen und Unterstützung an die Hand.  

[1] https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Meldungen/2016/bundesteilhabegesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=7